Wie werde ich meine Schmerzen im Vorfußbereich los ? In 4 Schritten

Veröffentlicht am: 11.08.2017 11:17:24
Kategorie : Tipps für Ihre Mobilität

Vorfußschmerzen

Dieser Artikel dient lediglich zu Informationszwecken. Er kann keinen Arztbesuch ersetzen oder eine Diagnose stellen. Im Zweifel fragen Sie Ihren Arzt oder einen Spezialisten.

Haben Sie Schmerzen im Vorfußbereich, die sich schleichend eingestellt haben und mit der Zeit immer stärker geworden sind ?

Ist Ihr Vorfußbereich seit einiger Zeit schmerzhaft bei längeren Aktivitäten im Stehen ?

Sie verspüren ein starkes Brennen oder ein Hitzegefühl unter dem vorderen Teil des Fußes und Sie wollen nur eines : sich schnellstens die Schuhe ausziehen ? Nach einer kurzen Abkühlungsphase können Sie Ihre Schuhe wieder ein Weile lang anziehen, bevor sich die Schmerzen wieder einstellen?

Wenn Sie Ihre Füße anschauen, bemerken Sie vielleicht auf der ganzen Fläche der vorderen Fußsohle eine harte Hornhautschicht, eine sogenannte « Hyperkeratose ». Wir kommen etwas weiter unten darauf zu sprechen.

Wenn Sie sich in diesen kurzen Beschreibungen wiederfinden, leiden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit an einer Metatarsalgie bzw. Vorfußschmerzen.

Die Ursachen

Mittelfußknochen und Metatarsalknöpfchen

In den allermeisten Fällen handelt es sich um folgende Erscheinungen :

Statische Hyperkeratose 

Hierbei handelt es sich um eine lokale Hautverdickung auf der schmerzhaften Stelle unter dem Vorfuß. Sie ist gelblich, rund und von kleinem bis mittelgroßem Ausmaß.

Diese Hautverdickung entsteht durch ständigen Druck oder Reibung.

Statische Hyperkeratose

Dynamische Hyperkeratose

Hierbei handelt es sich um eine diffuse Hautverdickung in einem Bereich, auf den spezifischer Druck und Reibung ausgeübt wird.

Sie zieht sich über mehrere Metatarsalköpfchen und reicht oft bis zu den Zehenansätzen. Sie ist gelblich, rund und von großem Ausmaß.

Dynamische Hyperkeratose

Für beide Fälle gilt : je dicker und je größer die Hornhaut ist, desto stärker sind die Schmerzen und das Brennen. In 60 % der Fälle bildet sie sich unter dem 2., dem 3. und dem 5. Metatarsalköpfchen.

Eine Behandlung der betroffenen Hautstelle mit einer Feile oder speziellem Bimsstein verbessert das Wohlbefinden, leider aber nur für kurze Zeit, denn die Hornhaut bildet sich schnell wieder neu.

Ja, so lange Sie nicht für einen Druck- und Reibungsausgleich sorgen, kommt die Hornhaut mit Sicherheit zurück !

Es ist wichtig, das Gleichgewicht des Vorfußes zu beachten, um die eben beschriebenen Symptome zu verhindern.

Was sind die Ursachen ?

Unsere Füße sind das Fundament, auf dem unser Körper ruht. Wir beanspruchen sie ständig. Sie müssen ein beträchtliches Gewicht tragen, und dies oft unter schwierigen Bedingungen.

Ihre Schmerzen haben nicht nur einen einzigen Ursprung, sondern es ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die zu den genannten Problemen führen. Hier eine nicht vollständige Liste der Faktoren, die zu einer Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen) führen können :

  • Bewegungen und Belastungen :
    Alle intensiven Bewegungen und Belastungen wie z.B. Running, Tennis, Wandern können durch Überlastung Schmerzen im Vorfußbereich auslösen. Dasselbe gilt für Bewegungen und Belastungen, die im Rahmen des beruflichen Alltags ausgeführt werden, z.B. durch Gehen mit schweren Lasten oder durch eine stehende Tätigkeit.
  • Schuhtypen :
    Die Höhe der Absätze, der Härtegrad der Sohlen, die Flexibilität der Schuhe – all dies sind Faktoren, die das Wohlgefühl Ihres Fußes positiv oder negativ beeinflussen können.
  • Fußform :
    Manche Fußformen sind anfälliger für Metatarsalgien als andere, abhängig von den Druckstellen. So funktionieren z.B. ein Plattfuß, ein Hohlfuß oder ein Fuß mit Hallus Valgus unterschiedlich und haben jeweils andere Druckstellen.
  • Krankheiten :
    Arthrose, Gicht oder rheumatische Polyarthritis haben ebenfalls Ayswirkungen auf Ihre Füße.

Wie ist der Bewegungsablauf des Fußes

Zum besseren Verständnis Ihrer Beschwerden erklären wir ein bisschen die Biomechanik.

Der Laufvorgang besteht aus einer Schwingphase und einer Druckphase. Die Druckphase lässt sich in drei Etappen unterteilen.

Das Aufsetzen des Fußes beginnt, wenn die Ferse den Boden berührt. Diese Etappe interessiert uns in diesem Zusammenhang nicht sonderlich.

Vom Abdrücken des Fußes spricht man, wenn der Schwerpunkt sich zum Vorfuß hin verlagert und auf diese Weise die Metatarsalköpfchen belastet. Während dieser Etappe kann sich eine statische Hyperkeratose bilden in Folge einer Absenkung von einem oder mehrerer Metatarsalköpfchen, was Schmerzen unter den entsprechenden Punkten verursacht.

Die Abstoßphase beginnt mit dem Lösen der Ferse vom Boden und endet mit dem Vorstoßen des Vorfußes über den großen Zeh. In dieser Etappe kann sich eine dynamische Hyperkeratose bilden, meistens in Folge des Absenkens eines Mittelfußknochens oder weil die Mittelfußknochen unterschiedlich lang sind.

Belastungslinie

Die Belastungslinie drückt den Verlauf aus, wie sich Ihr Gewicht beim Gehen über die verschiedenen Fußbereiche verteilt.

Im Normalfall verläuft die Belastungslinie wie auf dem Bild in grün eingezeichnet.

Was den Verlauf der Belastungslinie beeinflussen kann :

  • eine Schonhaltung zur Schmerzvermeidung
  • ein Hallux Valgus (Ballenzehen)
  • unterschiedlich lange Mittelfußknochen
  • verändertes Gleichgewicht des Fußes nach Knochenbruch oder chirurgischen Operationen.

Alle Veränderungen entlang dieser Belastungslinie haben Auswirkungen auf die benachbarten Metatarsalköpfchen und geben zusätzlichen druck auf sie.

Belsatunslinie

Neben der Belastungslinie sollte außerdem das Gleichgewicht des Fußes beachtet werden, welches leicht zu verändern ist.

Beispiel :

Barfuß ist die Hinteren auf dem Fuß wie folgt : 60 % im hinteren Fußbereich, 40 % im Vorfußbereich.

Mit einem Absatz von nur 1 cm verändert sich die Gewichtsverteilung erheblich : 50 % auf der Ferse, 50 % auf dem Vorfuß.

Je höher der Absatz desto mehr verschiebt sich das Gewicht auf den Vorfuß. Da dieser nicht für eine derartige Belastung gemacht ist, wird er schnell ermüden.

Gleichgewicht des Fußes

Was passiert im Fußinneren ?

Im Normalfall ist der Vorfuß leicht gewölbt.

Im Laufe der Zeit und in Folge von Abnutzung und Überlastung kann sich das Quergewölbe teilweise oder vollständig senken.

Das Absenken dieses Quergewölbes wird zu verstärktem Druck und Reibung unterhalb der Metatarsalköpfchen führen. Um diesem verstärkten Druck standzuhalten, verdickt sich die Haut und bildet Hornhaut, oft der Auslöser von Schmerzen.

Quergwölbe Struktur

Was kann ich tun zur Schmerzlinderung ?

Plan

Schritt 1 :

Finden Sie heraus, ob Sie unter statischer oder unter dynamischer Hyperkeratose leiden.

Seit wann haben Sie diese Beschwerden ?

Traten die Beschwerden im Zusammenhang mit einem bestimmten Paar Schuhe auf ? (Laufschuhe, Stadtschuhe, Ballerinas…)

Schritt 2 :

Reiben Sie beim Bad die betroffene Stelle mit einer Hornhautfeile oder mit einem Bimsstein.

Wenn Sie die betroffene Hautstelle dünner feilen, werden Sie Erleichterung spüren.

Benutzen Sie keinesfalls eine Rasierklinge oder ein anderes schneidendes Gerät. Sie laufen Gefahr sich zu verletzen.

Schritt 3 :

Solange die gleichmäßige Druckverteilung auf Ihren Fuß nicht wieder hergestellt ist, wird Ihre Haut immer weiter die so störende Schutzschicht produzieren.

Um langsam das Risiko der Neubildung von Hornhaut zu senken und die Beschwerden an den betroffenen Stellen zu lindern, gilt es, durch einen gezielten Wiederaufbau des Quergewölbes den Druck und die Reibungsflächen zu reduzieren.

Dabei helfen maßgefertigte orthopädische Einlegesohlen. Sie können ihre Wirksamkeit vom ersten Schritt an spüren.

Pelotten oder Quergewölbestützen liegen direkt hinter den Metatarsalköpfchen auf, um das Quergewölbe wieder aufzurichten. So werden Druckstellen entlastet und Reibefläche gemindert.

Pelotte für eine Quergewölbestütze

Die Raffinierte

Die orthopädische Einlegesohle « die Raffinierte » ist die ideale Lösung, denn sie bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Wirksamkeit und Volumen in Ihrem Schuh. Sie reicht von der Ferse bis unter den Fußballen. Sie ist sehr dünn und passt leicht in elegante Schuhe.

Orhtopädische Einlegesohle : Raffinierte

Die Comfort

Die orthopädische Einlegesohle nach Mass ist ideal, wenn Sie kompromisslos optimale Korrekturen suchen.

Sie ist voluminöser und kann deshalb zusätzliche Korrekturen vornehmen, um Druck von schmerzhaften Zonen zu nehmen.

Orhtopädische Einlegesohle nach Mass

Schritt 4 :

Beachten Sie genau Ihren Schuhtyp !

Wählen Sie bevorzugt einen ausreichend weiten bequemen Schuh mit niedrigem Absatz. Ein Schuh mit gebogener Sohle für einen anatomischen Abrollvorgang ist besser geeignet und kann Linderung Ihrer Beschwerden im Vorfußbereich gewährleisten.

Schuhe mit stark biegsamer Sohle (wenn auch sehr bequem) sind ungeeignet, weil das Fußgewölbe in diesem Schuhtyp sich noch stärker absenkt.

Sohle für einen anatomischen Abrollvorgang

Zusammenfassend

Brennen und Hitzegefühl sowie Hornhautbildung unter der Fußsohle sind klassische Anzeichen für eine Metatarsalgie.

Unsere Füße tragen uns im Alltag, oft auch unter schwierigen Bedingungen. Mit der Zeit, aufgrund von Überlastung und biomechanischen Einflüssen ermüden sie, was zu einem Absenken des Vorfußes (des Quergewölbes) führen kann. Dieser Prozess wird zum Dauerzustand ohne dass Sie es zunächst merken. Dann kommen Beschwerden und Schmerzen.

Hyperkeratose zeigt unnormale Druck- und Reibestellen unter einem oder unter mehreren Metatarsalköpfchen an.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie in 4 Schritten diesen Teufelskreis unterbrechen :

  1. Finden Sie die Ursachen heraus : seit wann ? besondere Schuhe ? welche Bewegungsabläufe ?
  2. Behandeln Sie die Hornhaut mit Bimsstein, nachdem Sie die Haut beim Bad aufgeweicht haben.
  3. Entlasten Sie die Bereiche unter der Fußsohle, die übermäßigem Druck ausgesetzt sind, durch orthopädische Einlegesohlen.
  4. Wählen Sie das richtige Schuhwerk

Wenn Sie diese Schritte beachten, werden Sie wahrscheinlich sehr schnell eine Besserung feststellen. Andernfalls konsultieren Sie Ihren Arzt oder einen Spezialisten. 

Nicolas Siegenthale

Orthopädietechniker

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